Den Daten mehr Dynamik verleihen

by Julia Pallanitsch | May 09, 2019

Daten werden oft als das Öl des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Stimmt nicht ganz, meint Martin Mayerhofer, Bereichsleiter IT-Infrastructure Solutions bei ACP. Denn für ihn sind Daten mehr. Sie können immer wieder und für ganz unterschiedliche Zwecke verwendet werden. Der gleiche Datensatz kann ganz verschieden ausgewertet werden. Es entsteht immer wieder ein individueller Nutzen. Das Öl hingegen ist nur einmalig verwendbar.

ACP Experte Martin Mayerhofer im Interview über die neue Dynamik der Daten – und wie Unternehmen davon profitieren.

Martin-MayerhoferMartin Mayerhofer, ACP

Welchen Wert haben Daten in der heutigen Geschäftswelt?

Die Herangehensweise hat sich geändert. Früher war es eher so, dass man Daten bloß nicht verlieren durfte. Das Handling der Daten wurde eher als Kostenfaktor und nicht als Chance gesehen, um mehr Business zu generieren. Derzeit erleben wir einen großen Change. Man kann aus Daten einfach mehr Nutzen ziehen und sie für komplett neue Geschäftsprozesse verwenden. Und das betrifft alle Branchen. Hinzu kommt: Geschäftsideen müssen schnell und überregional umgesetzt werden. In Österreich haben wir zahlreiche Firmen, die in Europa aber auch weltweit Niederlassungen haben. Der Schlüssel dazu ist jedoch, dass die Daten dynamisch und agil sind, sie schnell und sicher bewegt werden können.

Sind sich die Unternehmen des Werts der Daten bewusst?

Ich glaube zunehmend ja. Es ist schon ein Prozess im Gange, wobei wir in Österreich das Potential vorhandener/verfügbarer Daten noch lange nicht ausgeschöpft haben. Was den Unternehmen jedoch oft fehlt, ist eine konkrete Idee, wie sie einen wirtschaftlichen Nutzen aus ihren Daten ziehen können. Parship und Ubimet sind beispielsweise zwei Firmen, die quasi nur von Daten – und dem, was sie mit den Daten tun – leben.

Wie kann ein Unternehmen nun mehr aus den Daten holen?

Entscheidend ist der schnelle Zugriff auf die Daten. Oft befinden sich diese jedoch in lokalen Silos, verpackt in einer alten, langsamen Technologie, auf die es keinen guten Zugriff gibt. Hybride Cloud-Lösungen hingegen bieten uns Möglichkeiten, Daten zentral zu verwalten und dynamisch verfügbar zu machen. Gleichzeitig werden damit Zugriffszeiten  auch bei großen Datenmengen deutlich reduziert. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Zugriff muss geregelt sein. Die Daten sollen nur den Personen zugänglich sein, die sie wirklich benötigen und auch verwenden dürfen. Über die von NetApp zur Verfügung gestellten Tools lassen sich die Zugriffe auch entsprechend steuern.

Flexible Daten erfordern also eine flexible Infrastruktur?

Absolut. Als zukunftsträchtige Lösung betrachten wir die Hybrid Cloud. Sie bietet Freiheit bei der Auswahl der Datenhaltung. Das Unternehmen kann sich den Speicherort seiner Daten aussuchen, die nun entsprechend sicher sind und dennoch flexibel verfügbar bleiben. Es behält die Kontrolle über die eigenen Daten.

Eine Datenstrategie seitens des Unternehmens ist somit essentiell?

Ja. Es ist schon immer die Frage: Welches Service betreibe ich wo? In meiner Cloud (also on-premise), gebe ich es ACP. Um es in einer Cloud in Österreich zu managen, betreibe ich es in einer Public Cloud. Nehmen wir etwa die Produktionssteuerung. Wenn da eine Maschine steht, weil sie keinen Befehl erhält, kann der Schaden beträchtlich sein. Da ist es vielleicht klüger, die digitale Infrastruktur nahe am Produktionsort zu belassen. Welche Services betreibt das Unternehmen? Wie wichtig sind sie ihm? Welche Verfügbarkeit erfordern die Services? Das sind nur drei grundsätzliche von einigen weiteren Fragen. Diese gilt es für die Auswahl des richtigen Cloud-Modells zu beantworten. Das Unternehmen muss hier durchaus strategisches Feingefühl beweisen. Wir von ACP stehen dabei gerne beratend zur Seite. In Workshops erarbeiten wir gemeinsam passende Lösungen.

Wer sollte dabei auf Unternehmensseite eingebunden sein?

Wichtig ist die Einbindung der Fachabteilungen, wie beispielsweise Entwicklung, Produktion, Vertrieb oder HR. Wird ein bestimmtes Service benötigt, muss die IT die  jeweiligen Anforderungen adäquat unterstützen. NetApp bietet die Produkte und Lösungen an, um das volle Potential einer Hybrid Cloud auszuschöpfen. Unsere Spezialisten beraten die Unternehmen, wie sie am besten mit der neuen Dynamik der Daten und den daraus resultierenden Möglichkeiten umgehen können.

Wie geht das Unternehmen nun in der Praxis mit dynamischen Daten um?

Ob in der Cloud oder on-premise: Die NetApp-Produkte bieten dem User stets das vertraute Handling der Daten. Und er benötigt keine zusätzlichen Skills, um diese in die Cloud zu bringen und andernorts wieder zur Verfügung zu stellen. Liegen die Daten in der Cloud, profitiert er von einem maßgeschneiderten Kostenmodell. Verrechnet wird immer nur der Speicherplatz, der tatsächlich genutzt wird. 

Das gilt auch für die Verwendung von Cloud-Infrastruktur als Ausweich-Standort in einem Disaster-Recovery-Szenario. Neben der verwendeten Cloud-Speicherkapazität werden notwendige Cloud-Compute-Ressourcen überhaupt nur im Disaster-Fall genutzt und verrechnet.

Kommt es zu Problemen bei der on-premise-Infrastruktur, können die Services nach geringer Ausfallzeit weiter betrieben werden. Je nach Qualität der Vorarbeiten beträgt diese Zeitspanne teilweise nur wenige Minuten.

Welche Rolle spielt der Faktor Zeit am Weg zu dynamischen Daten?

Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass man nicht von heute auf morgen in die Cloud wechselt, also seine Strukturen grundlegend ändert. Das ist – je nach Firmengröße – ein längerer und auch recht dynamischer Prozess. Mit einer kompetenten Beratung kann man jedoch nicht nur die  technischen Vorteile einer hybriden Cloud-Architektur voll ausschöpfen, sondern spart für gewöhnlich auch beim Budget. 

Autor: Julia Pallanitsch

Ich setze mich dafür ein, dass innovativen Projekten und herausragenden Themen jene Bühne gegeben wird, die sie verdient haben.